Organizational water footprint

Analyzing water use and mitigating water scarcity along global supply chains

Umfang: 45 Seiten
Erscheinungsjahr: 2021
ISBN 978-3-7983-3124-2
Süßwasser ist eine lebenswichtige Ressource für Menschen und Ökosysteme, ist aber in vielen Regionen der Welt knapp. Organisationen messen und managen den direkten Wasserverbrauch an ihrem Standort, vernachlässigen aber in der Regel den indirekten Wasserverbrauch, der mit globalen Lieferketten verbunden ist – obwohl Letzterer um mehrere Größenordnungen höher sein kann.
Bis 2015 gab es keinen standardisierten lebenszyklusbasierten Ansatz, um den Wasserverbrauch einer Organisation zu analysieren. Vor diesem Hintergrund wurde das vom BMBF geförderte Forschungsprojekt “Water Footprint for Organizations – Local Measures in Global Supply Chains (WELLE)” von der TU Berlin, Evonik, dem Deutschen Kupferinstitut, Neoperl, thinkstep und Volkswagen gestartet. Das Projekt zielt darauf ab, Unternehmen dabei zu unterstützen, ihren kompletten organisatorischen Wasserfußabdruck zu bestimmen, lokale Hotspots in globalen Lieferketten zu identifizieren und Maßnahmen zu ergreifen, um ihren Wasserverbrauch zu reduzieren und den Wasserstress in wasserknappen Einzugsgebieten zu mindern.
Im Rahmen des WELLE-Projekts wurde eine Methode zur Analyse eines Organisationsbezogenen Wasser Fußabdrucks entwickelt, die den Wasserverbrauch einer Organisation und die daraus resultierenden lokalen Auswirkungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette analysiert. Das heißt, der organisationsbezogene Wasser Fußabdruck berücksichtigt nicht nur den direkten Wasserverbrauch in den Produktionsstätten, sondern auch den indirekten Wasserverbrauch für die Energieerzeugung und die Rohstoffproduktion (vorgelagert in der Lieferkette) sowie den Wasserverbrauch während der Nutzungs- und End-of-Life-Phase der Produktion (nachgelagert). Die Methode des organisationsbezogenen Wasser Fußabdrucks baut auf zwei Umweltbewertungsrichtlinien auf, die für den Zweck dieses Projekts als geeignet identifiziert wurden: Wasser Fußabdruck (ISO 14046, 2014) und organisationsbezogene Ökobilanzierung (UNEP 2015). Um Akteure bei der Durchführung von organisationsbezogenen Wasser Fußabdruck Studien zu unterstützen, wurde dieser Leitfaden entwickelt, der die Methode klar und übersichtlich darstellt und indem jeder Schritt mit einem praktischen Beispiel illustriert wird.
Durch die Analyse ihres Wasser-Fußabdrucks können Organisationen den Wasserverbrauch und die daraus resultierenden lokalen Auswirkungen am Standort und entlang globaler Lieferketten ermitteln. Auf diese Weise können sie Wasserrisiken reduzieren und zu einem nachhaltigeren Umgang mit den begrenzten Süßwasserressourcen der Welt beitragen.