Stereo vision-based road condition monitoring

Umfang: 182 Seiten
Format: 14,8 x 21,0 cm
Erscheinungsjahr:
ISBN 978-3-7983-3205-8
15,00 
Bei der Planung von Straßenbaumaßnahmen ist es unabdingbar, über aktuelle Informationen über den Straßenzustand zu verfügen. Sollen diese Informationen nicht manuell gewonnen werden, werden derzeit Messfahrzeug mit Laserscannern verwendet, welche das 3D-Straßenprofil vermessen können. Für die regelmäßige Erfassung eines gesamten Straßennetzes wäre jedoch eine große Anzahl von Messfahrzeugen erforderlich. Da 2D-Straßenschäden automatisch auf monokularen Kamerabildern gefunden werden können, entstand die Idee, ein Stereokamerasystem zur Erfassung des 3D-Profils zu verwenden. Eine große Anzahl von Fahrzeugen könnte damit ausgerüstet werden und es könnten regelmäßig Daten von großen Straßennetzen erfasst werden.
In dieser Arbeit werden die Einsatzmöglichkeiten eines Stereokamerasystems zur Messung von Straßenprofilen untersucht, dass sich hinter der Windschutzscheibe eines Fahrzeugs befindet. Da hierzu das Stereokamerasystems kalibriert sein muss, der Aufwand für den Anwender aber geringgehalten werden soll, wird außerdem die Selbstkalibrierung für diesen Einsatzzweck untersucht.
Die 3D-Rekonstruktion aus stereoskopischen Bildern ist ein viel untersuchtes Thema, aber ihre Anwendung auf Straßenoberflächen mit wenig und sich wiederholenden Texturen erfordert spezielle Algorithmen. Aus diesem Grund wurde ein neues Stereoverfahren entwickelt. Es basiert auf dem Plane-sweep-Ansatz in Kombination mit Semi-global Matching. Es wurde mit verschiedene Maßen für den Vergleich von Pixeln getestet. Darüber hinaus wurde der Plane-sweep-Ansatz in einem neuronalen Netzwerk implementiert, das das Stereo-Korrespondenzproblem in einem einzigen Schritt löst. Es verwendet die stereoskopischen Bilder als Eingabe und liefert als Ausgabe ein Höhenbild.
Für die Selbstkalibrierung von Monokameras und Stereokamerasystemen wurde ein völlig neuer Ansatz entwickelt. Bisherige Methoden suchen nach Merkmalspunkten in mehreren Bildern der gleichen Szene. Die Punkte werden zwischen den Bildern zugeordnet und für die Kalibrierung verwendet. Die vorgeschlagene Methode verwendet anstelle von Merkmalspunkten Feature-Maps um mehrere Ansichten derselben Ebene zu vergleichen. Zur Schätzung der unbekannten Parameter wird der Backpropagation-Algorithmus zusammen mit dem Gradientenabstiegsverfahren verwendet.
Die durch stereoskopische Bildverarbeitung erhaltenen Messungen wurden mit Messungen von industriellen Laserscannern verglichen. Sie zeigen, dass beide sehr nahe beieinander liegen und dass ein Stereokamerasystem für die Erfassung des Oberflächenprofils einer Straße grundsätzlich geeignet ist.
Experimente zeigen, dass die neue Selbstkalibrierungsmethode in der Lage ist, alle Parameter eines komplexen Kameramodells, einschließlich der Linsenverzerrung, mit hoher Präzision abzuschätzen.